Fellows & Sparks Blog

 Eines verbindet uns bei Fellows & Sparks: Die Themen, an denen wir mit unseren Kunden arbeiten, liegen uns am Herzen. Und da Kommunikation Teil unserer DNA ist, sind sie uns immer wieder auch einen Blog wert.
Kommunikation ist für uns übrigens keine Einbahnstraße. Deshalb freuen wir uns, wenn Sie uns auf unsere Impulse ansprechen, Fragen stellen oder Feedback geben.

Wie uns Corona aus der Komfortzone kickt


Wie uns Corona aus der Komfortzone kickt

Man kann wirklich nicht sagen, dass ihr ein guter Ruf vorauseilt. Ihr werden Trägheit und Faulenzerei nachgesagt. Sie lullt uns ein, macht es uns bequem und gemütlich und gibt uns viele Gründe, bei ihr zu bleiben. Über Jahrmillionen hat sie diese Taktik perfektioniert – und das alles mit dem Argument uns Sicherheit zu geben und unsere Ressourcen zu schonen. Sie ist eine hinterhältige Strategin: Die Komfortzone.

Aber natürlich lieben wir sie! Alles läuft rund, wenn wir in ihr sind. Kein Stress, kein Druck, keine Überforderung. Abläufe sind vertraut und wir können routiniert unseren Aufgaben nachgehen. Wir sind sicher.

Was in der Komfortzone meist nicht passiert, ist Veränderung. Wer sich nicht ab und zu aus ihr herauswagt, dessen Entwicklung stagniert. Nur jenseits ihrer Grenze gibt es Impulse, neue Ideen und Visionen. Wagen wir uns über diese Grenze, betreten wir die Wachstumszone – einige öfter und lieber, als andere. Der Vorteil ist, dass wir mit jedem Schritt ins unbekannte Land der Wachstumszone (auch Lernzone genannt) unsere Komfortzone ausdehnen. Denn alles Gelernte wird fester Bestandteil dessen, was wir kennen, was uns keine Angst mehr macht. Der sichere Bewegungsspielraum wächst. Hört sich gut an – zumindest unter normalen Umständen.

Doch vor einigen Wochen haben wir einen enormen Tritt bekommen. Der hat uns aus heiterem Wohlfühlhimmel aus der geliebten Umgebung herauskatapultiert. Ein Typ namens SARS-CoV-2 hat uns vor die Tür gesetzt. Gelandet sind wir bestenfalls in der Wachstumszone. Wen es hart getroffen hat, der wacht allerdings viel weiter draußen auf. Nämlich in seiner persönlichen Panikzone. Jetzt braucht es starke Orientierung und Unterstützung von außen, um überhaupt wieder handlungsfähig zu sein und allmählich in die Wachstumszone zu gelangen.

Uns begegnen plötzlich ungekannte Rahmenbedingungen für Arbeit. Produktionsabläufe wurden unterbrochen oder stark angepasst, Teams wurden auseinandergerissen und sollen nun remote funktionieren, selbst die Verwaltung arbeitet im Schichtdienst. Arbeiten im Homeoffice ist für viele das Gebot der Stunde – aber wie soll das geschehen, wenn auch die Kinder zu Hause sind und im Vorfeld weder technische noch räumliche Voraussetzungen dafür geschaffen wurden? Arbeitsumgebung, Aufgaben, Kollegen, Anforderungen ... all das hat sich binnen kürzester Zeit drastisch verändert und UNS bleibt nur eines: Damit klarzukommen. Und das tun wir. Wir kommen zurecht – irgendwie.

Für manchen wird die Lage immer beängstigend, unbequem oder herausfordernd bleiben. Die Trennung von Arbeit und Freizeit gelingt nicht. Die nötige Konzentration will sich zu Hause einfach nicht einstellen. Bekommen sie an dieser Stelle nicht die Unterstützung, die sie brauchen, haben sie keine Chance auf Weiterentwicklung. Die Folgen sind Handlungsunfähigkeit und totale Überforderung (Panikzone) oder die Rückkehr zu bekannten Mustern (Komfortzone).


Für andere haben sich zeitgleich neue Perspektiven eröffnet: Sie wissen die Arbeit im Homeoffice zu schätzen. Sie haben Methoden und Tools ausprobiert, die sie bei der täglichen Lösung ihrer Aufgaben unterstützen, die sie mit ihren Kollegen und Teams vernetzten. Der Austausch funktioniert, die Arbeit läuft.

Natürlich läuft es nicht auf Anhieb rund. Wie soll ein Team, das sich bisher täglich persönlich getroffen hat, das sich zwischendurch mal eben kurz austauschen konnte, von jetzt auf gleich auf Videokonferenz-Modus umschalten? Wie soll ein Chef, der sein Unternehmen bisher eng und hierarchisch geleitet hat, plötzlich seine Mannschaft „laufen lassen“? Das ist für alle Beteiligten eine enorme Herausforderung denn jeder geht mit der Situation anders um. Und jeder empfindet die Rahmenbedingungen sehr unterschiedlich.

Klar ist aber eins: Die Mannschaft braucht jetzt einen Kapitän der das Ruder in die Hand nimmt und zeigt, wo es langgeht. Führungskräfte haben jetzt eine primäre Aufgabe: Sie müssen tatsächlich führen! Und das unter erschwerten, weil nie gekannten Rahmenbedingungen – häufig auf Distanz. Jetzt benötigen die Mitarbeiter mehr Führung denn je. Dabei spielt es übrigens keine Rolle, ob ein Unternehmen ums Überleben kämpft oder sich vor Arbeit kaum retten kann.

Und es gibt noch eine unbequeme Wahrheit: Wer Führung und Zusammenarbeit nicht zügig und konsequent weiterentwickelt, riskiert, alles bisher Erreichte zu verlieren. Wer es sich zu schnell wieder in der Komfortzone gemütlich macht, setzt – in letzter Konsequenz sein Unternehmen auf's Spiel.

Für den Umgang mit den Folgen der Corona-Krise gibt es leider kein Patentrezept. Dafür sind die Probleme und Herausforderungen viel zu unterschiedlich und komplex. ABER eines ist bei aller Verschiedenheit doch für alle gleich: Die passenden Lösungen lassen sich nur miteinander entwickeln.

Homeoffice und mobiles Arbeiten – jetzt dauerhaft Sicherheit schaffen!

Eine aussterbende Gattung


Eine aussterbende Gattung

 

Es ist nicht immer einfach mit mir! Es reicht meist ein kleiner Anlass und schon krame ich – vielleicht gerade nicht unbedingt benötigtes – Wissen, jahrhundertealte Zitate und historische Fakten aus den hintersten Regionen meiner Gehirnwindungen ... und lasse meine Mitmenschen daran teilhaben.

 

Ich rede gar nicht lange um den heißen Brei herum: Wir werden überflutet! Massen von Informationen schwappen in riesigen Wellen auf uns zu – oder über uns hinweg. Aktuell sind es vor allem Virologen, Epidemiologen, Lungenfachärzte und Hygieniker, die uns auf allen Kanälen über die Entwicklungen der Coronakrise auf dem Laufenden halten. Dazu kommen noch Einschätzungen von Krisenmanagern, Psychologen und Zukunftsforschern.

 

Das Wissen der Menschheit verdoppelt sich explosionsartig alle fünf bis zwölf Jahre – das haben schlaue Köpfe ausgerechnet. Allerdings liegen ihren Berechnungen unterschiedliche Fakten zugrunde. Denn während sich die sich auf wissenschaftliches Wissen konzentrieren, beziehen die anderen auch neues Wissen zum Thema Nagellacktrendfarbe in die Statistik mit ein. Nur einen Bruchteil dieser Sammlung würde ich deshalb tatsächlich als „neues Wissen“, also als neue wissenschaftliche Erkenntnisse, Forschungsergebnisse, Beobachtungen oder Erfindungen, bezeichnen.

 

Das relativiert zwar die gigantische Wissensmenge ein wenig, dennoch sehen wir uns heute einer unglaublichen Steigerung des weltweiten Wissens gegenüber. Mit diesem Wissen müssen wir umgehen, denn es kommt mitunter auch ungefragt zu uns und nimmt Einfluss auf uns – privat und im Arbeitsalltag: Neue Technologien müssen bedient, neue Computerprogramme angewandt, neue pädagogische Erkenntnisse umgesetzt werden – und so weiter. Da bleibt uns Nutzern nur eines übrig: Kontinuierliches lebenslanges Lernen, weil sich die Welt um uns herum auf vielen Ebenen verändert. Einmal eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren und im Berufsleben bleibt alles, wie es ist ­… das war gestern – oder vorgestern. Heute heißt es: Schulbank drücken lebenslänglich. Viele Unternehmen haben sich längst darauf eingestellt und betreiben ihre eigenen Akademien oder Schulungszentren zur Vermittlung von Kenntnissen und Fähigkeiten – von speziellen Schweißtechniken bis zu Soft Skills.

 

Glücklicherweise brauchen wir nicht alles Neue zu lernen. Uns genügen die Dinge, die wir wirklich benötigen, um im täglichen Leben bestehen zu können. Bedarfsorientiert nennt man das. Mit Hilfe von E-Learning und Wissens-Nuggets bekommen wir schnell die Informationen, die wir benötigen. Eine App sortiert uns zudem die Nachrichten und ein Podcast erzählt uns mehr über die Themen, die uns interessieren. Kein Drumherum, keine Schnörkel, kein überflüssiges Wissen. Ja, das ist praktikabel, sinnvoll und „State of the Art“. Gerade in Zeiten in denen Aufträge fehlen, ganze Unternehmen stillstehen und Kurzarbeit anmelden müssen sind das hilfreiche Tools, die das Lernen vereinfachen. Jetzt bietet sich die Change alles das anzupacken, wozu in den meisten Unternehmen im normalen Alltag die Zeit fehlt: Kreativ denken, Ideen entwickeln – und sich weiterbilden. An dieser Stelle sind die Führungskräfte gefragt: Gemeinsam mit ihren Mitarbeitern zu überlegen, welches Wissen für sie sinnvoll und welche Kenntnisse hilfreich wären, sind erste Schritte, um diese nie gekannte Situation sinnvoll zu nutzen.  

 

Aber – auch wenn Weiterbildung und Spezialisierung sicher sinnvoll und gut sind – fehlt nicht irgendwann der sprichwörtliche Blick über den Tellerrand? Der Blick, den Universalgelehrte, wie Aristoteles (384-322 v. Chr.), Albertus Magnus (um 1200-1280), Isaac Newton (1643-1727), René Descatres (1596-1650), Leonardo da Vinci (1452-1519) oder Alexander von Humboldt (1769-1859) zu ihren genialen Leistungen beflügelte? Der sie ihr Wissen aus verschiedenen Fachgebieten miteinander verknüpfen ließ? Jener Weitblick, den man nur dann haben kann, wenn man das Wissen aus vielen Bereichen präsent hat?

 

Machen wir uns nichts vor – die Zeit der Universalgenies ist vorbei. Längst stehen sie auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten – unrettbar verloren. Ihre Zahl sinkt seit dem 19. Jahrhundert kontinuierlich. Das Wissen selbst hat am Ende seine leuchtenden Sonntagskinder ausrangiert. Denn inzwischen ist sogar die Wissensmenge einer einzelnen Disziplin für den einzelnen menschlichen Geist kaum noch überschaubar. Hier braucht man Spezialisten. Aber verzagen wir deshalb nicht! Uns bleibt die Erinnerung an die vielen genialen Köpfe der vergangenen Jahrtausende. Und die Möglichkeit, an ihrem Wissen zu partizipieren und uns ihren Rat einzuholen, wann immer wir es möchten – denn zum Glück sind ihre Schriften zu einem sehr großen Teil für alle digital verfügbar ... und das ist auf jeden Fall ein Vorteil der Wissensflut: Wissen für alle. Immer.

 

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Wer heute verändern will, muss in seiner Arbeitsweise schon in der Zukunft sein.

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